Schmerzbewältigung
Jeder hat so seine Art mit Problemen, Schmerzen oder Trauer umzugehen. Ich für meinen Teil rede/schreibe ziemlich offen darüber. Das hat mehrere Gründe.
Wenn man Probleme hat, dann redet man mit seinen besten Freunden oder anderen Bezugspersonen drüber. Da man aber ja nie weiß, wer denn gerade Zeit hat oder wie/wo erreichbar ist, sind soziale Netzwerke da durchaus hilfreich. Man postet seine Probleme mehr oder weniger knapp umrissen und es melden sich schon die Leute, die gerade Zeit haben für einen. Soziale Netzwerke sind da echt eine unverzichtbare Stütze geworden.
Den Nachteil davon durfte ich gestern erfahren. Da ergab sich eine Situation, die mich erst zu diesem Blogpost veranlasst hat - und ich habe lange überlegt, ob ich den überhaupt schreiben soll.
Wie viele von euch ja bereits mitbekommen haben, ist vorgestern mein Opa gestorben. Ich hab dies als erstes über ein soziales Netzwerk erfahren (soziale Netzwerke sind toll). In letzter Zeit hatten wir eigentlich recht wenig Kontakt - auch weil ich beruflich im Ausland war. Dennoch ist und bleibt es mein Opa, den ich immer noch so zu lieben und schätzen weiß, wie vor 20 Jahren. Ich habe meine Trauer dann auch in den sozialen Netzen kundgetan, wo ich vertreten bin und hatte auch prompt die Freunde um mich rum, von denen ich es auch erwartet hätte. Ich habe viel darüber geredet aber es hat auch gut getan, einfach nur da zu sitzen und zu wissen, "neben dir sitzt eine(r), der/die ist bei dir und hat jederzeit ein offenes Ohr.".
Ich war gestern sprachlos, als ich mir von einer zur Familie gehörenden Person anhören durfte, warum ich denn über den Tod meines Opas "in" Facebook geschrieben hätte... Ich hätte doch gar keinen Kontakt zu ihm und würde doch nur Mitleid heucheln wollen. Die Worte haben getroffen, wie 1000 Nadelstiche ins Auge. Ich war zu baff für den Moment, um darauf reagieren zu können. Irgendwo gefangen zwischen Sprachlosigkeit und aufsteigender Wut über diese pietätlosigkeit.
Die Worte habe ich auf mich wirken lassen und lange überlegt, was denn nun die angemessene Reaktion sei. Das Ergebnis ist dieses Posting. Selbige Person unterstellte mir vor knapp einem Jahr schon, dass ich ja keinerlei Durchhaltevermögen hätte. Einfach mal in die Entstehungsphase des Blogs schauen - und ich bin STOLZ drauf, so zu sein wie ich bin! Das zu sein, was ich bin!